100 Jahre Haizingergasse
Ana, Moritz, Rosi, Lena
Am 3. Oktober 2024 feierte die Haizingergasse Schule, mit kleiner Verspätung: 100 Jahre Bildung und Gemeinschaft seit der Gründung unserer Schule vor 103 Jahren. Die Feierlichkeiten begannen um 16:00h mit einem Festakt, der durch eine Rede unserer Schuldirektorin Mag. Manuela Wallner eröffnet wurde. Weiters sprachen auch illustre Persönlichkeiten wie der Sohn von Minna Lachs Dr. Thomas Lachs, Dr. Michael Sörös von der Bildungsdirektion, Bezirksvorsteherin Silvia Nossek oder Elternvereinssprecherin Lisbeth Christely. Gekonnt und charmant moderiert wurde der Festakt von unserem PR-Fachmann Prof. Wurzer.
Anschließend präsentierten die Schüler:innen verschiedene kulturelle Beiträge, darunter Musik- und Tanzaufführungen, die das bunte Schulleben widerspiegelten.
Unter den zahlreichen Gästen waren viele ehemalige Schüler:innen.
Interview mit Manuela Wallner
„In erster Linie geht es hier um euch.“
Wie war es für Sie, die Geschichte der Haizingergasse auszugraben?
Es war unglaublich spannend, und ich fühlte mich auch ein bisschen demütig, denn man steigt in sehr große Fußstapfen. Alles, was wir über Minna Lachs gehört haben, hat mich dazu gebracht, über meine eigene Position nachzudenken: Wo passe ich hinein, und führe ich diese Tradition gut fort? Ich habe viel über mich und meine Funktion hier als Direktorin nachgedacht und es ist mir eine große Ehre, Teil dieser Riege zu sein.
Welche Veränderungen haben Sie im Laufe der Jahre beobachtet?
Das ist eine spannende Frage. Wenn man von Minna Lachs ausgeht, muss man sagen, dass sie reformpädagogisch sehr modern war, mit Englischunterricht, einem Schülerparlament usw. Sie hat viele Ansätze, die es damals schon gab, auch in die heutige Zeit übertragen. Es ist bemerkenswert, was damals an Innovationen umgesetzt wurde und ich finde das super.
Gab es besondere Herausforderungen bei der Organisation des Festes?
Eine Herausforderung war sicherlich, abschätzen zu können, wie viele Gäste kommen würden. Wir haben über das Bezirksblatt und die Stadt Wien die Einladung veröffentlicht, aber es war schwer einzuschätzen, wie viele Menschen das lesen und tatsächlich kommen. Das war ein Unsicherheitsfaktor, denn wie ihr seht, haben wir nicht viel Platz. Ansonsten hat es mich gefreut, dass so viele an dem Fest mitgearbeitet haben. Der Unsicherheitsfaktor besteht darin, dass man viel plant und sich fragt, wie die einzelnen Puzzlestücke zu einem großen Fest zusammenpassen. Das trainiert man ja vorher nicht. Ich finde es schön, dass man sich darauf verlassen kann, dass jeder seinen Part gut meistert, und dass diese Puzzlestücke in Summe ein tolles Fest ergeben. Das finde ich erstaunlich, besonders bei so vielen Menschen, die daran mitarbeiten.
Eine letzte Frage: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Das ist eine schwierige Frage. Also ich denk mal als Schule wünsche ich mir, dass wir euch – denn in erster Linie geht es hier um euch – so für die Zukunft vorbereiten können, dass ihr einfach gut bestehen könnt. Das ist das oberste Ziel, aber das ist eine schwierige Sache, weil wie entwickelt sich die Zukunft, was wird verlangt in der Zukunft? Das sind schwierige Themen, die irgendwie so ein bisschen spekulativ sind. Ich wünsche mir, dass ihr zu Persönlichkeiten werdet, die sozial sind, die kommunikativ sind, die eine Meinung haben, sich diese Meinung auch sagen trauen, die empathisch sind und, dass ihr glücklich und zufrieden seid in eurem Leben.
Dr. Thomas Lachs
„Meine Mutter wäre sehr stolz.“
Wir hatten kurz auch die Möglichkeit, Herrn Dr. Lachs anzusprechen. Er fand das Fest sehr beeindruckend und glaubt, dass es seiner Mutter auch gefallen hätte und sie sehr stolz auf die Entwicklung der Schule wäre.
Interview mit Dr. Michael Sörös
„Medienzweit ist großartig und wichtig“
Wie soll die Schulpolitik ausschauen?
Er wünscht sich, dass sich alles so entwickelt, dass wir gerne in die Schule gehen und dass es für jede Person ein vielfältiges Angebot gibt, damit etwas dabei ist, was einen anspricht.
Kennen Sie unseren Medienzweig? Wenn ja, wie finden sie ihn?
Er findet den Zweig als Bildungsregionsleiter sehr großartig und wichtig. Er meint auch, dass dieser ein wichtiges Merkmal unserer Schule ist.
100-Jahr-Feier: Die Erlebnisstationen im Ersten Stock
„Migration erleben“, Zeitzeugeninterviews und Schüler:innenzeitungen
Bei dem Fest am 3. Oktober 2024 wurde das hundertjährige Jubiläum unserer Schule gefeiert. Es gab viele Stationen, die im ganzen Schulhaus verteilt waren. Wir haben uns besonders mit den Stationen im ersten Stock beschäftigt. Diese haben von Migration, früheren Absolventen und Absolventinnen und die Schüler: innen Zeitungen in den vergangenen Jahren gehandelt.
Bericht von Clara Lang und Leonie Resanka
Rückblick auf den skandalträchtigen Aktionstag vom 21.1.2020
„Migration erleben“ – Skandal oder Herzensprojekt?

Bei dieser Station im Aufenthaltsraum der Oberstufe hatte man die Möglichkeit, etwas über ein äußerst engagiertes, aber auch skandalträchtiges Projekt an unserer Schule zu erfahren. Es wurden vier Computer mit je einem Paar Kopfhörer zu Verfügung gestellt. Mithilfe einer Audiodatei war es den Besuchern möglich, einen Einblick in das Projekt „Migration erleben“ aus dem Jahr 2020 zu erhalten. Bei diesem Aktionstag hatten drei Schauspieler: Innen mit je drei Schülerinnen und Schüler aus jeder Klasse allen anderen Lehrern und Jugendlichen der Schule die Gelegenheit gegeben, sich wie eine Migrantin oder ein Migrant zu fühlen. Dabei ging es zum Beispiel darum, sich im Schulgebäude anhand vieler Stationen z.B. einen neuen Pass zu organisieren oder eine neue Sprache zu lernen. Weiters konnten sich die Besucher dieser Station auch anhand von Texten, welche an der Wand hingen, über diesen Aktionstag informieren. Auf diese Art und Weise wurde versucht das Thema Migration erfahrbar zu machen. Das Medienecho auf dieses engagierte Projekt war jedoch nicht gut. In etlichen Zeitungsberichten wurde behauptet, dass unsere Schüler:innen instrumentalisiert und traumatisiert worden wären. Dass dem nicht so war, zeigte unter anderem auch eine Presseaussendung des damalige Schulsprecher:innen-Teams, wo betont wurde, wie positiv der Aktionstag vom Großteil der Schulgemeinschaft wahrgenommen worden war.
Auch die HaiZeit hat damals berichtet:
- Aktionstag „Migration erleben“
- INSIDE Aktionstag: Kommentar einer Akteurin –
- Aus Haizing wird Infinitum
- Stellungnahme der Schülervertretung zum Aktionstag „Migration erleben“
Hörstation Interviews mit Absolvent:innen – Stiegenhaus zum neuen Trakt
Haizstory- Zeitzeug: innen Interviews

Im Bereich dieser Station waren am Fenster viele Fotos von Absolvent:innen angebracht. Zudem hingen an den Wänden Zitate von ehemaligen Schüler:innen mit QR-Codes, durch welche man noch zu mehr Informationen sowie Interviews mit den Absolvent:innen kam.^
Hier der Link zur Website, wo Sie die Zeitzeugengespräche hören und lesen können, sowie einige interessante Bilder aus der Vergangenheit finden: haizstory: Haizing-Seinerzeit
Die Gäste konnten sich gemütlich auf Bänke setzen und die wohnliche Atmosphäre genießen. In angenehmer Lichtstimmung erhielten sie einen Rückblick auf die Geschichte der Schule und wie diese von den Schüler:innen erlebt wurde.
Hier kamen sehr viele Leute vorbei, welche die Zeitzeug:innengespräche mit großem Interesse lasen und gemeinsam anhörten. Betreut und informiert wurden die Gäste dabei von Schüler:innen der jetzigen 7b, welche bereits in der 5. Klasse die Zeitzeugeninterviews im Rahmen des PRINT-Unterrichtes durchgeführt und verschriftlicht haben.
Schüler:innen Zeitung – Neuer Trakt
Fliegende Schülerzeitungen

Bei dieser Station hingen viele Schüler:innen Zeitungen aus den vergangenen Jahren von der Decke. Man konnte sogar durch Zeitungen von 1948/49 blättern. Es kamen viele Leute vorbei und haben sich Zeit genommen jede einzelne Zeitung anzuschauen. Es war erstaunlich, wie sich die Berichterstattung in den Jahren verändert hat.
Es wurde hier viel gelacht und die Leute haben sich auch rege über die verschiedenen Berichte ausgetauscht. Außerdem wurden sehr viele tolle Fotos von den fliegenden Schüler:innen Zeitungen gemacht.