Jobshadowing auf Gran Canaria 

Wir, Nicole und Nina, verbrachten von 19.-22.5.26 unser Jobshadowing an der ILS El Batan, einer „Brennpunktschule“, auf Gran Canaria – eine Erfahrung, die uns besonders beeindruckt hat, denn dort erlebten wir Inklusion, die nicht nur Theorie, sondern gelebte Praxis ist. Die Herzlichkeit der Lehrer:innen und Schüler:innen war überall spürbar und die Atmosphäre im Haus war von einer familiären Wärme geprägt.  

Besonders berührend war eine Klasse („Enclave“)  mit acht Schüler:innen im Alter von 13-19 Jahren mit geistiger Behinderung, die täglich in einem eigenen Klassenraum unter sich sind und elementare Fähigkeiten wie Kochen oder Einkaufen gehen lernen. In Fächern wie Sport, Musik oder in den Pausen sind sie jedoch vollwertig in den Schulalltag der anderen Schüler:innen integriert – ein wunderbares Beispiel für natürliche Teilhabe. 
Darüber hinaus durften wir in verschiedenen Unterrichtsstunden hospitieren. Besonders inspirierend war für uns die philosophische Debatte und das Forum Theater. Das Forum Theater ist eines von vielen Zusatzangeboten (Radio, Film, Thementage, Organisation von Festen, …), welches von den Jugendlichen am Nachmittag sehr gerne und zahlreich angenommen wird und es war schön zu sehen, wie dankbar sie für diese Aktivitäten sind – ohne dass diese als Zusatzbelastung empfunden werden. Interessanterweise gibt es an der Schule keinen Nachmittagsunterricht, was möglicherweise auch zur hohen Nachfrage beiträgt. Ein wohl noch bedeutenderer Grund ist, wie uns die Pädagogin, die diese Kurse anbietet, erzählte, dass viele dieser Jugendlichen aus schwierigen Familienverhältnissen kommen und die gemeinsame Zeit sowie die angebotenen Aktivitäten besonders schätzen und dafür sehr dankbar sind. Eine gegenseitige Unterstützung der Schüler:innen findet in Form einer Peermediation und eines Patensystems „großer Bruder“ statt. Für die Zusatzangebote und Mediation steht ein eigener, von den Schüler:innen selbst liebevoll gestalteter, Raum zur Verfügung.  

Was wir vor allem mitnehmen: die gelebte Inklusion, die Warmherzigkeit im Haus und die Fähigkeit, mit wenig (finanziellen) Möglichkeiten viel Schönes zu gestalten. Diese Schule hat uns gezeigt, wie viel möglich ist, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. 

 

 

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