Unser Chorseminar 

 

  1. bis 19. September 2025

Es waren drei Tage, die unserem Chor für eine Weile, wenn nicht sogar für immer, im Kopf bleiben werden. Um euch ein Verständnis dafür zu geben, warum dieser Ausflug so außergewöhnlich war, schreibe ich in den nächsten Zeilen über unsere Zeit in Reichenau an der Rax. 

Am ersten Tag trafen wir uns am Morgen am Meidlinger Bahnhof, um mit Zug und Bus zum Flacklwirt zu fahren. Das ist die Unterkunft, in der wir Speisen und Schlafen sollten, doch sie war noch so viel mehr: Denn als alle am Hof eintrafen, führten uns unsere Lehrerinnen, Frau Macsek und Frau Resch um das ganze Areal. Dieses war voller Tiere und freundlichem Personal, das uns die Tage dort erst ermöglicht hatte. Nach dem unwiderstehlich köstlichen Mittagessen bekamen wir einen Raum zugeteilt, in dem wir proben und unsere gemeinsamen Stunden verbringen durften und das taten wir auch sofort. Wir waren zwar nach der 1,5-stündigen Anreise müde, aber durchaus motiviert. Neben den Chorproben wurde uns auch ein Tanz von einer Schülerin beigebracht. Einige sahen beim Versuch zu tanzen richtig elegant aus, andere eher wie watschelnde Pinguine, aber wir hatten alle Spaß. Am späten Abend trafen wir uns draußen und bekamen Fackeln. Wir wanderten durch finstere Waldwege. Die meisten spazierten ruhig mit dem Feuer, andere mieden die flackernde Hitze. Letzten Endes jedoch kamen wir alle heil zurück und fielen todmüde in unsere Betten. 

An unserem zweiten Tag hatten wir viel mehr Zeit zu singen und brachten viel voran. Wir probten am Vormittag sowie auch am Nachmittag und gestalteten unsere Proben abwechslungsreich. Oft wärmten wir unsere Stimmen draußen auf, oder bewegten uns und schnipsten zum Rhythmus. Dazwischen hatten wir auch einige Pausen, in denen wir zu den Tieren gegangen oder Sport betrieben haben. Sehr beliebt bei den meisten war aber die Drehwippe, an der wir Unmögliches möglich machten und mehr als 15 Leute darauf hingen. Am Nachmittag machten wir dann einen längeren Spaziergang durch die schöne Umgebung. Auf dem Weg begegneten wir zwei älteren Damen und sangen ihnen eines unserer neuen Lieder zweistimmig vor. Diese schienen anfangs begeistert zu sein, aber als wir den 3. Versuch starteten, verließen sie einfach den Aussichtspunkt. Früh am Abend veranstalteten wir den Bunten Abend. Das Motto war, kleide dich, wie du es sonst nie würdest und trage Klamotten, die du sonst nie trägst. Es bildeten sich Gruppen, manche trugen gleiche Bandanas oder Kleider und wir performten vor den anderen Songs mit Karaoke-Versionen, Quizze, Tänze und Gedichte. Alle haben den Abend sehr genossen und doch wurde er noch besser und wir verbrachten unseren letzten Abend am Lagerfeuer. Dort stießen auch noch andere Leute dazu und wir plauderten und sangen unsere Lieblingssongs, während wir von unseren Lehrerinnen auf der Gitarre begleitet wurden.  

Am nächsten Morgen, an unserem dritten und somit letzten Tag hatten wir nur noch vormittags Zeit miteinander. Wir wollten draußen üben, bis eine Gruppe von älteren Jungs kam und uns auslachte, weil wir im Kreis standen. Also wollten wir hineingehen, um nicht gestört zu werden und in diesem Moment sahen wir, wie sie selbst von ihrem Lehrer gezwungen wurden im Kreis zu stehen. Leider fuhren wir einige Stunden darauf wieder zum Bahnhof, doch davor sangen wir dem so fürsorglichen Personal zum Dank ein Lied, die uns auch für nächstes Jahr wieder herzlich willkommen hießen. Bevor unser Zug abfuhr, sangen wir unseren Lehrerinnen, im Kanon, als Dankeschön für die schönen Tage, noch das Lied vor, das wir als Chor, als erstes gesungen haben.  

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir den Bahnhof. Einerseits mit den eben aufgezählten und noch so viel mehr Erinnerungen und andererseits, dem Wissen, dass es nun zu Ende war und der Alltag wieder starten würde. In diesen Tagen habe ich so viel erlebt, wie sonst in einem Monat nicht und wir sind uns alle so viel nähergekommen, als ich es ursprünglich erwartet hätte. Wir sind mehr als ein Chor geworden, wir wurden zu einer Gemeinschaft, zu etwas Ganzem, in dem jeder und jede einzelne zählt. 

Wir freuen uns alle jetzt schon auf das Chorseminar nächstes Jahr! 

Katja Kosztolanczi, 5A