Pädagogische Position

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Methodenvielfalt

Am GWiku 18 gibt es eine langjährige Tradition der intensiven Auseinandersetzung mit vielfältigen Unterrichtsmethoden, die sowohl verständnisintensives als auch selbst-bestimmtes, praxisorientiertes und vernetztes Lernen bestmöglich fördern.

Unter „Methodenvielfalt“ verstehen wir,

  • dass Initiativen zur Erhöhung der Methodenkompetenz (schulinterne und außerschulische Fort- und Weiterbildung) begrüßt und unterstützt werden;
  • dass räumliche, administrative und mediale Rahmenbedingungen geschaffen werden, die „methodenunterstützend“ sind;
  • dass eine Kultur des offenen, fruchtbaren, kollegialen Austausches über unterschiedliche Unterrichtsmethoden gepflegt wird, die auf der Bereitschaft zu Reflexion und Evaluation, zu Zusammenarbeit und dem Bemühen, Synergien zu nützen, beruht.

aktuelle Beispiele

  • Schwerpunktausbildungen für KollegInnen, die vor allem in den „neuen Fächern“ (Freiarbeit/Montessori-Pädagogik, Medienpraxis/Medienanalyse und Präsentation/ Kommunikation) als MultiplikatorInnen wirken, sowie regelmäßige Aus- und Fortbildungen in selbstbestimmten und individualisierenden Unterrichtsformen
  • institutionalisierte offene Lernformen (zwei Stunden selbstbestimmtes Arbeiten an jedem Schultag in den Freiarbeitsklassen: „Freiarbeitsschiene“)
  • Tendenz zu offenen Lernformen mit freier Zeiteinteilung in den Medienklassen: „Offene Redaktionen“ (= zeitlich, räumlich und thematisch offene Praxis-Nachmittage zur selbstgestalteten Medienarbeit)
  • Öffnung der Klassenzimmer und Schaffen von „Lerninseln“ für unterschiedliche Arbeits- und Sozialformen im gesamten Schulhaus („Lernteppiche“, Sitzecken, Mini- Bühne)
  • regelmäßige verpflichtende Präsentationen von Lerninhalten in den Freiarbeitsklassen
    SchülerInnen präsentieren einem Publikum interessante Aspekte ihrer Lernarbeit auf möglichst ansprechende Weise und sollen merken: Wissen kann mitreißend sein!
  • Einbindung von ExpertInnen, die unseren SchülerInnen Wissen auf neuestem Stand, vielfältige Anregungen und interessante persönliche Begegnungen ermöglichen sollen
  • Die Nutzung zahlreicher außerschulischer Lernorte (Lehrausgänge und Exkursionen) und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Personen und Institutionen (ZIS, OKTO, Campus Radio OE1, Bezirksmuseum Währing, Volksoper, Sparkling Science…) soll die SchülerInnen in die Lage versetzen, in der Schule erworbenes Wissen in einem anderen Umfeld zu vertiefen bzw. anzuwenden.
  • regelmäßige Bildungs- und Kulturreisen nach Kiew (Partnerschule!), Rom, Brüssel, Straßburg, Krakau, Prag, Berlin, Budapest,… verlagern den Unterricht an einen anderen Ort und in einen anderen Bereich (Erlebnis des Unterwegsseins) und sollen erfahrbar machen, dass Reisen (noch mehr) bildet, wenn man Wissen im Gepäck hat.

Schulklima

Das GWiku 18 gilt als engagierte, dynamische Schulgemeinschaft mit freundlicher, unterstützender, anregender Atmosphäre, offenen Ohren und Türen, Bereitschaft, voneinander zu lernen sowie dem Bemühen um Begegnungen auf Augenhöhe.
Wir legen Wert auf transparente Abläufe, demokratische Entscheidungsfindung, ergebnis-orientierte Teamarbeit und eine konstruktive Diskussions- und Streitkultur zwischen SchülerInnen, Eltern und Lehrerschaft: offene, direkte Gespräche, die die Professionalität und Zuständigkeit des jeweils anderen achten und nicht als Einmischung und Kompetenz-überschreitung, sondern als Bereicherung erlebt werden.

Wir streben nicht nur eine möglichst effiziente Organisation der routinemäßigen Abläufe an, sondern auch Flexibilität, Umsicht und Spontaneität bei allem, was Abweichungen „vom Stundenplan“ erfordert.

Zahlreiche Aktivitäten und Feste, die die gesamte Schulgemeinschaft regelmäßig zusammenführen, sollen den Blick über die Klassen-, Fach- und Schulgrenzen hinaus erweitern.

aktuelle Beispiele

  • Offene Türen (zu Direktion, Administration und Lehrerzimmer) sollen ein Signal dafür sein, dass wichtige Anliegen jederzeit (!) vorgebracht werden können und gleichzeitig eine Aufforderung, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
  • Ein organisiertes Hearing zur SchulsprecherInnen-Wahl hat diesem Amt eine neue Qualität verliehen: Alle KandidatInnen präsentieren sich und ihr Programm und können an der Umsetzung ihrer Wahlversprechen gemessen werden.
  • SchülerInnensprechtag für die Oberstufe (seit 2009/10)
    OberstufenschülerInnen vereinbaren mit ihren LehrerInnen Termine und nützen die Möglichkeit zu einem Gespräch, bei dem sie die Themen vorgeben
  • „generationenübergreifender Lehrkörper“
    Das Heranziehen von bereits pensionierten oder mittlerweile in anderen Berufen tätigen KollegInnen als Ideen-Geber und „Lern-Consultants“ und das Heranziehen von ehemaligen SchülerInnen als ExpertInnen, Studien- und BerufsberaterInnen führt zu wichtigen Impulsen von außen und wertvollen Begegnungen.
  • ElternvertreterInnen nehmen regelmäßig an Lehrerkonferenzen teil, bieten Kurse aller Art für die gesamte Schulgemeinschaft an und beteiligen sich an Schulfesten, Tagen der Offenen Tür und sozialen Projekten.
  • Schule braucht nicht nur eine Lernkultur, sondern auch eine Feier- und Festkultur: Die Konzerte der Schulband, das Schulfest, das Adventfest, der Schulball, die Schulmessen, die Präsentationen der Freiarbeitsklassen, das Sportfest, die Verabschiedung der MaturantInnen sind Fix- und Höhepunkte des Schuljahres.

Sprachlicher Schwerpunkt

Sowohl von der Stundenanzahl als auch von den Anforderungen her ergibt sich in beiden Zweigen des GWiku 18 eine sprachliche Schwerpunktsetzung:

  • In der Unterstufe erlernen alle SchülerInnen zwei lebende Fremdsprachen: Englisch ab der ersten und Französisch ab der 3. Klasse.
  • In der Oberstufe erfordert nicht nur der neusprachliche Zweig (mit Latein) eine sprachliche Vertiefung (in eher analytisch-literarisch-ästhetischer Hinsicht), sondern auch der Wirtschaftskundliche Zweig, in dem regelmäßig Medienprodukte (Zeitungsartikel, Radioformate, Filmbeiträge) erstellt werden müssen, für die die Entwicklung von Sprachkompetenz eine wichtige Voraussetzung ist.
  • In der Oberstufe ist „Präsentation und Kommunikation“ (PuK) in beiden Zweigen ein Pflichtfach.
  • In den Freiarbeitsklassen sind Jahrespräsentationen von Wissensinhalten verpflich-tend, bei denen die lebendige Interaktion mit dem Publikum von der ersten Klasse an trainiert und kontinuierlich weiterentwickelt wird.

aktuelle Beispiele:

  • Freifach Latein („Kleines Latinum“)
  • Sprachintensivwochen im Schulhaus (English in Action; Rendezvous Francais) und im Ausland (England/Irland/USA; 6. Kl.; Frankreich; 7. Kl.)
  • Vorbereitung auf internationale Sprachzertifikate (CFC/DELF)
  • muttersprachlicher Unterricht
  • Teilnahme an internationalen Austauschprogrammen
  • Partnerschulen in Kanada
  • Lese-KoordinatorInnen für die Unterstufe
  • Altersgemäßes Lese-Material, das in 50-Minuten-Einheiten gut bewältigt werden kann und einen hohen Lese-Anreiz bietet, liegt frei zugänglich auf und kann von allen KollegInnen in allen Unterstufenklassen flexibel eingesetzt werden, weil Lesen eine Angelegenheit aller Fächer ist.
  • gut ausgestattete Bibliothek, die im Schulgeschehen präsent ist und Akzente setzt (Newsletter der BibliothekarInnen, Themenboxen für projektorientierte Arbeit in den Klassenräumen…)

Kreativ-musischer Schwerpunkt

Kreativität als Fähigkeit, Ideen zu entwickeln, Neues aus sich selbst zu schöpfen, auf die Originalität der eigenen Gedanken zu vertrauen, selbst zu produzieren statt nur zu konsumieren und publikumswirksam statt nur persönlich erfolgreich sein zu wollen, nimmt einen traditionell hohen Stellenwert am GWiku 18 ein, die Zeit, Raum und eine gute Verankerung im Schulleben (nicht nur punktuelle Events) braucht.

In vielen Bereichen der Unterrichtsarbeit wird neben der Wissensvermittlung auch Wert auf die Entwicklung „zündender“ Ideen und origineller Konzepte und Lösungen sowie auf publikumswirksame Präsentation gelegt. Möglichst viele SchülerInnen sollen die Erfahrung machen können, dass Kreativität nicht nur Begabungssache ist, sondern dass sie viel aus sich herausholen können, wenn sie Energie und Zeit in kreative Prozesse investieren.

aktuelle Beispiele

  • Die Jahrespräsentationen der Freiarbeitsklassen und die Zeitungs-, Radiosendungs- und Filmproduktionen der Medienklassen basieren auf „zündenden Ideen“ und originellen Konzepten, deren Entwicklung im Unterricht erarbeitet werden muss.
  • zahlreiche Auftritte vieler SchülerInnen vor einer nicht nur schulischen Öffentlichkeit (Theater- und Kabarettaufführungen, Musik und Literatur in Galerien, Kaffeehäusern, Lokalen, öffentlichen Plätzen…) nehmen die Angst vor dem Publikum und zeigen: Kreativität wirkt!
  • Eine Kreativwoche in allen vierten Klassen vermittelt zum Abschluss der Unterstufe den Stellenwert von Kunst und Kochen, Takt und Tanz.
  • Die Teilnahme an zahlreichen Wettbewerben im künstlerisch-kreativen Bereich und die Präsentation von kreativen Produkten im Schulhaus verschafft den KünstlerInnen Anerkennung (jenseits der Schulnoten) und die (in der Schule seltene) Erfahrung, dass es unterschiedliche Beurteilungsinstanzen mit unterschiedlichen Geschmäckern gibt.
  • Eine Schulband (mit etwa 25 Mitgliedern, einem wöchentlichen Probennachmittag und einer eigenen Probebühne im sehr gut ausgestatteten Musiksaal) ist nicht nur im Schulleben sehr präsent, sondern auch bei den Bezirksfestwochen, dem Donauinselfest, dem Wiener Frauenlauf etc.

Betreuung/Begleitung

Die Schule kann keine Lösung für alle Probleme im Leben junger Leute sein, aber es gibt Bereiche, für die wir uns über unser „Kerngeschäft“, das Unterrichten, hinaus in besonderem Maß zuständig und auch qualifiziert fühlen: das soziale Miteinander in den Klassen, die effiziente schulinterne Unterstützung bei Lernschwierigkeiten, die Nachmittagsbetreuung und die Berufsvorbereitung.

  • Wir nehmen uns Zeit für die Entwicklung lebendiger, toleranter Klassengemein-schaften, in denen Teambildung und Gesprächsbereitschaft großgeschrieben und Mobbing, Gewalt, soziale Ausgrenzung und resignativer Rückzug möglichst bald und möglichst professionell unterbunden werden.
  • SchülerInnen, die ihre Lernschwierigkeiten beheben wollen, sollen nicht auf den Nachhilfemarkt angewiesen sein, sondern Defizite möglichst innerhalb der Schule ausgleichen können.
  • Wir versuchen, Formen der Nachmittagsbetreuung zu finden, die den SchülerInnen gleichermaßen Freiraum, Lernkonzentration und Entspannung ermöglichen.
    Eine traditionell sehr aktive Schullaufbahn- und Berufsberatung soll unseren SchülerInnen möglichst vielfältige Berufs- und Studienmöglichkeiten eröffnen helfen.

aktuelle Beispiele

  • Teambildungstage (in 1. und 5. Klassen), „Ich lerne im Team“-Stunden (für alle 1. – 3. Klassen), Peer-Mediationen von dazu ausgebildeten SchülerInnen und Mediation „von außen“ (im Bedarfsfall) sollen harmonische Klassengemeinschaften entstehen lassen.
  • Oberstufen-SchülerInnen, die von ihren KlassenlehrerInnen dafür „zertifiziert“ werden, kommen in einen „LernmentorInnen-Pool“ und geben ihren MitschülerInnen kostengünstige (im Bedarfsfall auch aus dem Sozialfond finanzierte) Nachhilfe.
  • Assistenzstunden in „schwierigen“ Gegenständen sowie zahlreiche Förderkurse (nicht nur in Schularbeitsfächern) sollen Leistungsunterschiede ausgleichen helfen.
  • Die Einführung von Kreativ- und Sportstunden in der Tagesbetreuung soll geistige und körperliche Bewegung in die Schul-Nachmittage bringen.
  • Eine „Berufsorientierungswoche“ mit zwei berufspraktischen Tagen (3./4. Kl.), ein professionelles Bewerbungscoaching durch PR-Agenturen (7. Kl.), eine berufspraktische Woche mit Präsentation (7. Kl.), und Studien- und Berufsberatung durch ExpertInnen und ehemalige SchülerInnen sollen die Berufswahl erleichtern.